Ladestation planen

Du planst die Installation einer Ladestation und möchtest diese auch Dritten zur Verfügung stellen?

Daran solltest Du nun denken.

Standort: Plane eine wetterfeste Station mit einem längeren Ladekabel oder einer Typ 2 Buchse im Außenbereich zu installieren. So kannst Du bequem Ladegäste empfangen.

Ladestrategie: Als typische Ladeleistung kannst Du 11KW (ca.50-70KM Ladeleistung pro Stunde) oder 22KW (ca.100-140KM Ladeleistung pro Stunde) einplanen. Du solltest Dir Gedanken darüber machen, welche Ladegeschwindigkeit und wie viele Ladeplätze Du anbieten möchtest. 

Hierzu ein paar Gedanken.

Elektrofahrzeuge haben sehr  unterschiedliche Laderaten. Es ist nicht unbedingt notwendig für jeden Ladeplatz immer eine sehr hohe Ladeleistung vorzusehen.

Hotel – Geladen wird über Nacht, es gibt viele Gäste. Die Ladeleistung kann gering sein und Du verteilst die verfügbare Leistung auf viele Ladeplätze und nutzt zudem eine autom. Lastverteilung zwischen den Ladepunkten. Hier empfiehlt sich eine Master-Slave Installation von Ladepunkten (z.B. von TMH) oder eine aktive Laststeuerung (z.B. ChargePilot).

Restaurant – Geladen wird während des Restaurantbesuchs, es gibt wenige Gäste. Die Ladeleistung sollte eher hoch sein. Es bedarf nur weniger Ladepunkte. Hier empfiehlt sich eine Master-Slave Installation von Ladepunkten.

Fuhrpark – Viele Fahrzeuge die tagsüber häufig kurz oder über Nacht aufgeladen werden. Hier empfiehlt sich eine aktive Laststeuerung.

Privat – Ein Fahrzeug das über Nacht aufgeladen werden kann. Hier empfiehlt sich eine 11KW Wallbox. Für zwei Fahrzeuge empfehlen sich entweder zwei 7,3KW Ladeboxen, oder eine Master-Slave Installation mit zwei 11KW Wallboxen.

Hausanschluß: 11KW entspricht i.d.R. dem Elektro-Herd Anschluss (drei Phasen 16A 400 Volt Drehstrom) und sollte an den meisten Hausanschlüssen unproblematisch für eine Ladestation realisierbar sein. 11KW Ladeports müssen bei den meisten Energienetzbetreibern lediglich angezeigt, aber nicht genehmigt werden.

Bei „älteren“ Hausanschlüssen solltest Du beachten, dass dieser ggf.  modernisiert werden muss. Das wird evtl. kostenfrei im Rahmen der Netzwartung von Deinem Netzbetreiber erledigt.

Dein Elektriker kann durch neue Verordnungen verpflichtet sein, Modernisierungsarbeiten an der Stromverteilung und dem Stromzähler vorzunehmen. Das ist meist keine große Sache, wird aber zusätzliche Kosten verursachen. Frage beide Punkte aktiv bei Deinem Elektriker ab.

Planst Du mehrere Ladeports an Deinem Hausnetz, musst Du Dir Gedanken über eine Lastverteilung zwischen den Ladestationen oder einen stärkeren Hausanschluss machen. Jeder Ladeport muß mit eigenen Sicherungen und einer Wechselstrom- (AC) sowie Gleichstrom- (DC) Fehlerstromerkennung abgesichert werden. Achte bei der Auswahl Deiner Ladestation daher darauf, dass bereits eine DC-Fehlerstromerkennung integriert ist. Damit kannst Du hohe Extrakosten bei der Elektroinstallation vermeiden (DC-Fehlerstromerkennungen kosten als separates Bauteil meist mehr als 400 EUR.

Empfehlung: Sprich mit Deinem Elektriker bei einer Vor-Ort Besichtigung über die Installationsbedingungen und frage bei Deinem Energienetzbetreiber wegen der Anmeldung und dem Zustand Deines Hausanschlusses nach!

Abrechnung der Energiekosten: Eine sehr faire Variante ist, Dass Dein Lade-Gast mit seiner Ladekarte die Energiekosten ausgleichen kann. Überlege Dir, ob Du die Möglichkeit schaffen willst, dass Deine Lade-Gäste mit ihren Ladekarten bezahlen können. Hier gibt es verschiedene Ladenetzanbieter, die spezielle Ladestationen in ihre Abrechnungsplattformen integrieren können (Bsp. be.energised). Ladestationen, die solche Dienste unterstützen sind i.d.R. als solche im Verkaufsprospekt ausgewiesen. Du kannst sie auch daran erkennen, dass sie SIM-Karten und das OCPP-Protokoll unterstützen. Achte darauf, dass Du eine Eichrechtskonforme Ladestation installierst (Pflicht in Deutschland).

Wenn Du Gebühren für den Ladevorgang nimmst, musst Du zudem ein Gewerbe anmelden und Dir beim Finanzamt eine Steuernummer für das Gewerbe mitteilen lassen. I.d.R. kannst Du den Betrieb einer Ladestation als nebenberufliche Tätigkeit angegeben. Dann bist Du vsl. Kleinunternehmer und musst keine Angst vor den komplexen steuerlichen Anforderungen zur Umsatzsteuer haben.

Sonstige Vorgaben: Wenn Du Deine Ladestation Dritten zur Verfügung stellst, selbst wenn es auf Deinem Grundstück ist, musst Du die Ladestation nach der aktuellen Ladeport-Verordnung bei der Bundesnetzagentur anmelden.

Bei Gleichstrom (DC) Schnell-Ladestationen musst Du darauf achten, dass Dein Elektriker ein gesondertes Prüfprotokoll ausfüllt, welches Du nach der Installation an die Bundesnetzagentur schickst.

Weiterführende Informationen findest Du hier:

https://www.chargepoint.com/de-de/businesses/retail/

https://newmotion.com/de_DE/losungen/ladestationen-fur-elektrofahrzeuge/

be.energised Ladestationen mit Backend-Software

https://www.mobilityhouse.com/de_de/loesungen/loesungen-fuer-hotels-restaurants

https://www.mobilityhouse.com/de_de/lade-und-energiemanagement#kompatible-ladestationen

Anzeige der Ladestation bei der Bundesnetzagentur

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